Ein Material der Zukunft – Interview mit Roland Stoiber COO / Prokurist bei Resysta

Redaktion Interview, VfA Bayern

Roland Stoiber COO ResystaResysta ist die nachhaltige, recyclebare Alternative für Tropenholz. Das Unternehmen vergibt für die Produktion des nachhaltigen und zu 100% wiederverwendbaren Werkstoffs weltweit Lizenzen an führende Unternehmen aus der Großindustrie. Erfahrungswerte, Verbauungen und Anwendungen von über 15 Jahren überzeugen die Hersteller weltweit. Es entstehen vielfältige Produkte in natürlicher Optik und Haptik.

Roland Stoiber, COO / Prokurist bei Resysta International GmbH und Ansprechpartner für Architekten und spricht mit uns über Design, Nachhaltigkeit und neue Produkte.

Wie lautet das Leitbild Ihrer Firma?

Unser Ziel ist es ein neues Material auf dem Markt zu etablieren, da Resysta eben kein Holz und kein WPC ist. Zudem wollen wir zeigen, dass Umweltschutz und ökonomischer Erfolg sich nicht ausschließen müssen und hier mit gutem Beispiel voran gehen. Spezifischer wollen wir eine nachhaltige Lösung zum Schutz und zur Rettung der Tropenwälder schaffen. Hierfür ersetzen wir Harthölzer und chemisch behandelte Hölzer durch Resysta, das zu ca. 60% aus Reishülsen – im Prinzip ein Abfallprodukt – besteht. Und auch hier lösen wir ein Problem, denn im Prinzip ist es ein Upcycling-Produkt.

Resysta ist nicht nur der Name Ihrer Firma, sondern auch der Name ihres Produktes. Sie haben es bereits angesprochen, Resysta ist ein Ersatz für (chemisch behandelte) Hölzer, aber was genau sind die Kerneigenschaften und wichtigsten Vorteile gegenüber herkömmliches Holz oder WPC?

3 Bestandteile im Glas MBM Resysta 2010Resysta ist ein faserverstärktes Hybridmaterial, das aus ca. 60% Reishülsen besteht. Die restlichen Bestandteile sind Steinsalzen und Mineralöl. Diese Zusammensetzung macht es zum einen umweltverträglich, zum anderen extrem widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse. Das heißt, es splittert nicht, reißt nicht, ist rutschfest sowie wasser- und UV-resistent (bleicht so gut wie nicht aus). Es ist 100% recycelbar und hat dabei den Feel und Touch von Holz. Es erfüllt schon heute die technischen und ökologischen Anforderungen von morgen.
Wenn man sich nur diese Eigenschaften anschaut und mit den vielen Herstellungsmöglichkeiten kombiniert, ergeben sich daraus unzählige neue Produkte– da kann man sich kreativ richtig austoben. Stellen Sie sich nur mal vor, die Böden und Bierbänke in den Wies’nzelten wären aus Resysta mit der höchsten Brandschutzklasse – das wäre ein enormer Fortschritt im Brandschutz für die Wies’n. [Anm. Mehr zum Thema Resysta und Brandschutz, siehe Interview vom 21.10.2015].

Resysta ist offensichtlich vielseitig einsetzbar: Aktuell bereits als Bodenbelag, als Fenster, Fassaden etc. Gibt es interessante Produktneuheiten?

Da fallen mir folgende Dinge ein:

  • IMO-ZertifikatZum einen SIMOWOOD, die erste großformatige Platte aus Resysta-Material. Durch die Bearbeitung erhalten die extrudierten Platten eine holzgleiche Optik und Haptik und kommen so überall dort zum Einsatz, wo haltbare, nachhaltige und witterungsbeständige Materialien mit Holzoptik gefragt sind. Sie sind darüber hinaus IMO-zertifiziert  und erfüllen damit die Voraussetzungen für den Einsatz als Material für Schotten, Wände, Decken, Verkleidungen und Fußbodenbeläge im Schiffsbau. (Anm.: Hersteller Simona AG/Kirn)
  • Zum anderen BBB Italia, die auf der Salone de Mobile 2017 den ersten Icon Chair made of Resysta von ‚Ponti 940’ vorgestellt haben. Durch Resysta wird der Stuhl extrem robust und witterungsbeständig.

Generell freuen wir uns, dass auch altbekannte Produkte durch Resysta ihre Einsatzbereiche erweitern und zeitgleich einen positiven Effekt auf die Umwelt haben.

Sie haben dieses Jahr [2017] den Red Dot für hohe Designqualität für Ihre Resysta UPB Platte erhalten. Wie wichtig ist Ihnen Design neben der Qualität?

Design ist uns sehr wichtig. All die guten Eigenschaften von Resysta würden nichts bringen, wenn man daraus keine Produkte herstellen könnte, die Kunden nicht gefallen. Daher legen wir als Technologie Firma großen Wert darauf, dass unser Produkt so vielfältig wie möglich zu verarbeiten ist. Aber auf das finale Design haben wir nicht immer Einfluss, da hier unsere Kunden natürlich selbst sehr kreativ sind.

2015 haben Sie die Kommunikationsplattform “Resysta Netzwerk für Wachstum” ins Leben gerufen – wer soll sich daran beteiligen und welches Ziel hat das Netzwerk?

Natürlich soll das Netzwerk vor allem weiter wachsen. Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette vom Zulieferer, Maschinenhersteller über Compoundeure und Extrudeure bis hin zu Herstellern von Architekturprodukten, Händlern und Verarbeiter zu versammeln.
Wir nutzen das Netzwerk um technische Fragen zu erörtern, die Vermarktung zu stärken und gemeinsame Interessen zu verfolgen. Eine große Leistung ist es auch, in sehr kurzer Zeit einen geschlossenen Recycling-Kreislauf geschaffen zu haben. Gemeinsam glauben wir an die Möglichkeiten von Resysta und arbeiten hart daran ein neues Material in den verschiedensten Märkten zu etablieren. Hier zeihen wir alle an einem Strang.

Think Tank
Begeistert von Resysta? Dann lassen Sie die Firma wissen wofür Sie Resysta gerne einsetzen würden – und zwar hier: http://www.resysta.com/think-tank.html

 

Roland Stoiber

Resysta International GmbH
Hochstraße 21
82024 Taufkirchen

Telefon: +49 89 622 33 97 – 0
E-Mail: info@resysta.de
Internet: www.resysta.com/

 

Das Interview führte Jennifer Maurer (querplan GmbH)