Eine moderne Fenstermanufaktur mit hohen Energieansprüchen

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Josef Freisinger OPTIWINInterview mit Josef Freisinger, Geschäftsführer OPTIWIN GmbH

OPTIWIN ist ein internationales Netzwerk von Fenstermanufakturen und Holzhausbauern, das Produkte und Service auf höchstem Niveau bietet. Josef Freisinger ist einer der Initiatoren, arbeitet seit einigen Jahren mit Architekten zusammen und gestaltet moderne Neubauten. Im Interview erzählt er von den Vorteilen einer Manufaktur, wie zum Beispiel die individuellen Lösungen im Bereich des hochwertigen Bauens oder der nachhaltigen Produktion der OPTIWIN-Fenster bis zu deren umweltfreundlichen Entsorgung.

Wie kam es zu der Gründung von OPTIWIN?

Im Standard-Fenstermarkt regiert die Massenproduktion und damit der Preis. Es handelt sich vorwiegend um Fenster, die keine besondere Energieeffizienz in der Konstruktion oder Verglasung aufweisen und auch sonst keine Besonderheiten haben, aber möglichst preiswert sind. Als kleiner oder mittelständischer Betrieb überlebt man diesen Wettbewerb im Massensegment nicht. So ist die Idee entstanden, etwas Spezielles im Fenstermarkt anzubieten. Die Grundidee kam bereits vor 20 bis 25 Jahren, als das Passivhaus erfunden wurde. Das Passivhaus erfüllt höchste Energieansprüche und somit waren auch Fenster mit höchster Energieeffizienz gefragt. Dem haben wir uns angenommen und ein Fenster entwickelt, das diesen Ansprüchen genügt. Zu einem späteren Zeitpunkt hat dieses Produkt dann einen Namen bekommen: OPTIWIN. Die Marke OPTIWIN hat mittlerweile ein weltweites Lizenznehmernetz und es gibt Fensterbauer in ganz Europa, wie zum Beispiel Freisinger Fensterbau, die die Fenster produzieren.
In Deutschland und Österreich haben wir fünf Lizenznehmer. Hier ist der Markt jedoch kleiner, als in den Überseeländern. Das hängt auch stark mit der Einwohnerzahl zusammen. Zudem hat sich das Passivhaus in Mitteleuropa weniger gut etabliert. Gerade in den USA, Canada, England und Irland handelt es sich um einen sehr großen Markt aufgrund großer Einwohnerzahlen. Das spiegelt sich in unseren Händlern und Verkäufern vor Ort wider.

Woher stammen die Hölzer für die Fenster?

Unserer Firma liegt das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen, deshalb legen wir auch Wert auf kurze Produktionswege. Es handelt sich hauptsächlich um heimische Hölzer aus dem österreichisch-südbayerischen Raum. Wir verarbeiten hauptsächlich Fichte und Tanne. In seltenen Fällen auch Eiche. Die Tanne kommt aus dem Schwarzwald, weil sie nur dort diesen traditionellen braunen Kern besitzt. Das Aluminium für die Holz-Alu Fenster stammt aus Salzburg, also auch aus der Nähe.
Mit verschiedenen Projekten versuchen wir unseren Beitrag zu einer gesunden Umwelt zu leisten. Das Abfallholz von der Produktion bei Freisinger Fensterbau in Ebbs wird beispielsweise zur Beheizung in der Bevölkerung verwendet. Sämtliche Großprojekte, wie Gastronomie und Hotellerie, werden damit bedient. Es handelt sich um fast 400 Haushalte, die im Fernwärmenetz versorgt werden.

Welche Vorteile haben Architekten in der Zusammenarbeit?

Wir sind eine Fenstermanufaktur mit hohen Energieansprüchen, dadurch können wir den Architekten individuellen Service auf höchstem Niveau bieten. Wir können sehr flexibel arbeiten, setzen uns gerne mit dem Architekten an einen Tisch und besprechen individuelle Details, um die beste Lösung zu finden. Dafür haben wir durch unsere jahrelange Erfahrung auch die nötige Fachkompetenz. Und wir legen besonderen Wert auf ein modernes Design unserer Fenster, denn gerade Architekten haben hohe Ansprüche was Gestaltung und Funktionalität betrifft. Mit OPTIWIN sprechen wir eigentlich besonders die Architekten an, mehr noch als den Endkunden.

Gibt es ein realisiertes Projekt, auf das Sie besonders stolz sind?

Wir haben aktuell die erste Passivhauswohnanlage in England mit Freisinger Fensterbau und Freisinger Holzbau realisiert. Der gesamte Rohbau, das bedeutet Wände, Fenster, Decke, Dach und Rigips, wurde von uns ausgeführt. Auch die Koordination in der Detailplanung haben wir in Zusammenarbeit mit einem Spezialplaner vor Ort durchgeführt. Den kompletten Rohbau aus Holz zu gestalten wird immer mehr akzeptiert und ist eine spannende Geschichte, da die Aufbauzeiten sehr kurz sind.

Ein weiteres Lieblingsprojekt meinerseits ist ein Doppelhaus in Sistrans. Hier haben wir Fenster, Türen und Schiebetüren im System OPTIWIN Zwoa2Holz eingebaut. Durch die naturbelassenen Oberflächen wirkt das Haus warm und freundlich. Erd- und Obergeschoss wurden mit einer sägerrauen Lärchenholzschalung eingekleidet. Drei Module bilden eine Geschoßebene, die individuell und flexibel gestaltbar ist und die Dachstudios erhalten einen Vorhang aus runden horizontalen Holzprofilen, die am Tag subtile Licht-Schatten-Spiele erzeugen.

Es gibt einen weiteren Punkt, der mich stolz macht: Neben der Energieeffizienz hat auch das Design der Fenster in den letzten Jahren einen gleich hohen Stellenwert eingenommen. Diesem Anspruch sind wir im Besonderen bei unserer neu entwickelten Fensterserie OPTIWIN PURISTA, OPTWIN RESISTA und OPTWIN MODURA nachgekommen.

Wo sehen Sie das Netzwerk OPTIWIN in 10 Jahren?

Meine Vision ist, dass wir weiterhin großen Wert auf Individualität legen. Wir haben mittlerweile eine Community auf der ganzen Welt geschaffen, die OPTIWIN kennen und schätzen. Gerade Eigenschaften wie Spezialisierung, Individualisierung und Flexibilität betreffen nie die Masse. Somit wollen wir uns auch nicht auf diesem Massenmarkt positionieren. Unser Ziel ist es weiterhin, diese Werte zu etablieren, eine Manufaktur zu bleiben und das Netzwerk noch weiter zu erweitern. In zehn Jahren wollen wir OPTIWIN flächendeckend anbieten können.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Josef Freisinger
OPTIWIN GmbH
Wildbichlerstraße 1
A-6341 Ebbs
Tel: +43 5373-460 46-0
office@optiwin.net
www.optiwin.net

 

 

Das Interview führte Carla Stadler (querplan)

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