Man hört nichts – Bayerische Architektenkammer im Winterschlaf? – Teil 2

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Ich verwende bewußt noch einmal die Schlagzeile eines Artikels vom vergangenen Dezember. Denn er ist heute noch so aktuell wie damals.

Wie man hört, ist das Präsidium fleißig und tagt unentwegt, um die große Aufgabenfülle zu bewältigen. Früher waren dabei sogenannte “Arbeitsgruppen” hilfreich, heute gibt es “Kompetenzteams” und “Netzwerke”, aber eben immer erst noch in der Gründungsphase oder davor.

Erinnern Sie sich noch an das Aquarium als Bildschirmschoner auf den alten Mac-PC ́s?
Wäre das nicht eine hübsche Idee für die Homepage der Architektenkammer – mindestens für die Seiten, die die Kammerarbeit betreffen: solange es nichts Neues gibt, schwimmen da die künstlichen Fischlein – ist lustig und man sieht sofort, daß es – eben – nichts Neues gibt…

Die Frage ist bloß, an welcher “Maus” man rütteln könnte, um die Programme wieder in Gang zu bringen.

Der Wahlkampf für die Kammerwahlen ist nun ein ganzes Jahr vorüber. Damals wurde die Arbeit in AG ́s wegen der Wahlvorbereitungen praktisch eingestellt und seitdem ist kaum eine Gruppe wieder an die Arbeit zurückgekehrt. Obwohl diese Arbeit bitter nötig wäre – unabhängig von irgendwelchen Strukturen.

Was könnte helfen? Vielleicht einfach das Präsidium aufstocken? Das ist bereits vieldiskutiert und erfordert Satzungsänderungen, aber schon in der bisherigen Struktur war sichtbar, daß die Aufgabenfülle besser zu bewältigen wäre, wenn die ehrenamtliche Arbeit im Präsidium auf mehr Schultern verteilt werden könnte.

Oder vielleicht so: “leng ma no a Bladl drüber”, pflegte einer meiner Lehrmeister immer zu sagen, wenn eine Entwurfsidee doch noch nicht so ausgereift war und dann ging es erstmal zurück zu einem gesicherten Altstand. Es könnte helfen, einfach einen Großteil der alten Arbeitsgruppen zeitlich befristet und vorläufig wieder ins Leben zu rufen – solange, bis die neuen Strukturen gut und sicher aufgebaut sind. Der Stillstand wäre aufgehoben und der Übergang ins Neue könnte moderater ablaufen.

Die Aufgabenstellungen haben sich ja durch die Kammerwahlen nicht geändert. Die meisten bisher tätigen AG ́s wären sicher schnell arbeitsfähig.

Sehr unschön und demotivierend ist der aktuelle Zustand. Wir tun uns als Ehrenamtler eh schon sehr schwer mit effizienter Lobbyarbeit und müssen diese immer gegen teuer bezahlte Profis aus Industrie und Wirtschaft leisten. Wenn dann eine Neuwahl des Präsidiums auch noch zu einer einjährigen Nabelschau mit Funkstille wird, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn unser Berufsstand in der Gesellschaft gar nicht mehr gehört wird.

Wie aufregend wäre es andersherum, wenn ein starkes Präsidium eine laute Stimme erheben könnte und damit auch Einfluß ausübt. Das würde auch helfen, mehr Kammermitglieder von einer Mitarbeit zu überzeugen, weil man sehen könnte, daß sich Einsatz lohnt und etwas erreicht wird.

Hoffen wir also weiter auf ein Verschwinden der Fischlein…

Josef Wensauer

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