Lutz Heese Praesident der Bayerischen Architektenkammer

Preiswerten Wohnraum schaffen, aber wie ?

Redaktion VfA Bayern 2 Kommentare

Alle wissen es: Die Baukosten machen in etwa die eine Hälfte der Gesamtkosten aus, die andere Hälfte der Grundstückspreis.
Bei Baugrundstücken in öffentlicher Hand wird oft argumentiert, sie dürften nur zum Verkehrswert veräußert werden.

Was aber, wenn sie nicht veräußert, sondern in einem langfristigen Erbpachtvertrag vergeben werden?
Dann verteilt sich der Kaufpreis in Form des Erbpachtzinses im wesentlichen über die Laufzeit.
Hier bietet sich an, den Erbpachtzins zu Laufzeitbeginn befristet auszusetzen und die entsprechende Einsparung zur Mietminderung einzusetzen.
Also im Ergebnis eine Verringerung der Miete um 50 % für zum Beispiel die ersten zehn Jahre eines 99 jährigen Erbpachtvertrages.
Der so erreichbaren erheblichen Sofortentlastung des Mietmarktes stünde eine insgesamt lediglich 10% geringere Einnahme der öffentlichen Hand gegenüber.

Mietentlastungen zu Laufzeitbeginn, häufig sogar Mietfreiheit über mehrere Jahre, sind anderswo, zum Beispiel in London, keine Seltenheit.

Wahrscheinlich hierzulande zuviel verlangt, oder?
Mehr Mut bitte!

unterschrift_heese
Dipl.-Ing. Lutz Heese
Ehrenpräsident der Bayerischen Architektenkammer

Kommentare 2

  1. Guten Tag,
    nachdem ich den Artikel gelesen habe, müßte es doch unter Fachkollegen bekannt sein, dass der Begriff “Erbpacht” nach dem Kontrollratsgesetz Nr. 45 Art. X von 1947 unter Aufhebung des Art. 63 EGBGB aufgehoben wurde und in “Erbbaurecht” betitelt wurde.
    Mit freundlichem Gruß
    Dipl.Ing. Heiner Odenwald

  2. Das könnte eine gute Maßnahme sein!
    Ich frage mich wieso die öffentliche Hand überhaupt Grundstücke verkaufen darf.
    Bei der aktuellen Investitionsflut durch den internationalen Finanzmarkt wird ja ein Großteil der Gewinne aus dem Besitzmonopol später ins Ausland abfließen. Das kann nicht im Interesse des Steuerzahlers sein.

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